Wirtschaft auf Sylt

Die wirtschaftliche Struktur und Wirtschaftszweige auf Sylt

Wandel der wirtschaftlichen Struktur auf Sylt

In früheren Zeiten spielten Landwirtschaft, Seefahrt und Walfang eine große Rolle auf Sylt. Dies hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Seit den 1950-er Jahren befindet sich die Wirtschaft in fester Hand der Tourismus-Branche. Seitdem richten Geschäfte, Restaurants, Dienstleistungen und Handwerker ihre Arbeit in erster Linie auf die Touristen aus, welche jährlich ihren Urlaub auf Sylt verbringen. Das letzte Unternehmen im industriellen Sektor waren die Beyschlag Werke, die wegen der hohen Grundstückspreise und schlechten Verkehrsanbindung der Insel den Rücken gekehrt haben.

Pendler und Umzüge als Folgen der Wirtschaft

Das Angebot an Arbeitsplätzen auf Sylt ist im Vergleich mit dem nordfriesischen Festland sehr groß. Deshalb gibt es zahlreiche Pendler, die täglich nach Sylt fahren um ihrer Arbeit nachzugehen. Andererseits verlassen jedoch viele einheimische Familien die Insel. Grundstücke und Immobilien auf Sylt sind im Verhältnis zum Festland sehr teuer, und die Lebenshaltungskosten sind ebenfalls nicht gerade günstig. Viele Sylter können es sich nicht mehr leisten, auf der Insel zu wohnen und müssen sich aus finanziellen Gründen eine neue Heimat suchen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Gentrifizierung.

Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig auf Sylt

Der Grundstein für den Tourismus auf Sylt wurde 1855 mit dem Seebad Westerland gelegt. Die höheren Schichten verbrachten immer häufiger einen Kur-Aufenthalt auf der Insel. Dieser Trend führte zu einem Umschwung der wirtschaftlichen Lage. In der ersten Zeit verbrachten die meisten Besucher mehrere Wochen am Stück auf Sylt, weil sie sich aufgrund des Klimas eine Besserung ihrer Gesundheit erhofften. Kinder aus größeren Städten konnten nach dem Ersten Weltkrieg in Landschulheimen untergebracht werden und dort etwas Kraft für den Alltag tanken.

Dies änderte sich grundlegend, als Sylt während des Zweiten Weltkriegs ein Sperrgebiet war. Der Stillstand des Tourismus war die logische Konsequenz. Nach dem Krieg wurde das wirtschaftliche Bild der Insel durch Hungersnot und Mangel an Arbeitsplätzen geprägt.

Mit der Währungsreform im Jahr 1949 ging es wieder aufwärts, und ca. 10 Jahre später erreichte der Tourismus seinen bisherigen Höhepunkt.

Vor allem das Angebot an kulinarischen Lokalitäten ist nicht nur groß, sondern auch von höchster Qualität und für seine Vielfalt bekannt.