Geschichte der Insel Sylt

Von der Entstehung bis zum Wappentier - Geschichtliches von Sylt

Früher gehörte die größte deutsche Insel - Sylt zu Dänemark. Mittels einer Volksabstimmung wurde unter den Einwohnern abgestimmt und diese wollten zu Deutschland gehören. Seit 1864 ist Sylt also wieder deutsch.

Schon der sagenumwobene Meermann Ekke Nekkepenn wusste die hübsche Frieseninsel Sylt zu schätzen. Ekke Nekkepenn treibt heute noch durch Sturm und Fluten sein Unwesen vor der Insel Sylt jedenfalls, wenn man den älteren Einheimischen und den alten Geschichten und Sagen Glauben schenkt.

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Die Entstehung des Namens Sylt

Wie ist der Inselname "Sylt" entstanden? Es gibt zwei Theorien bezüglich der Entstehung des Namens der Insel. Einerseits glauben die Menschen, dass Sylt vom dänischen „Sild“ (deutsch: Hering) abgeleitet wurde. Seit 1668 ist der Hering in der Tat das Wappentier von Sylt.

Andererseits wird jedoch vermutet, dass Sylt auf das englische Wort „sill“ zurückzuführen ist. Dieses Wort wird mit „Schwelle“ übersetzt und könnte die Interpretation der „Landschwelle“ erklären.

 

Die Rolle des Walfangs auf Sylt

Im 17. und 18. Jahrhundert galt der Walfang als wichtigster Wirtschaftsfaktor auf Sylt. Viele Männer haben sich die Arbeit mit den Holländern geteilt. Kapitäne haben nach jahrelanger schwerer Arbeit ihren verdienten Ruhestand auf Sylt genossen. Einigen von ihnen war es gelungen, einen gewissen Wohlstand zu erreichen.

Heutzutage besteht die Gelegenheit, die Kapitänshäuser zu besuchen und sich mit den Überlieferungen aus der damaligen Zeit zu beschäftigen. Eine interessante Sehenswürdigkeit auf Sylt.

 

Glaubensrichtungen auf Sylt

Einst gehörten die Friesen zu den heidnischen Völkern. Gegen 1150 wurden die ersten Kirchen auf Sylt erbaut, und das Christentum breitete sich aus. Etwa 400 Jahre später wurden aus sämtlichen Gotteshäusern protestantische Kirchen.

Heidnische Rituale wie z. B. das berühmte Biikebrennen wurden allerdings nicht verboten und weiterhin praktiziert. Durch den Aufschwung des Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts zogen die ersten Katholiken nach Sylt.

In der Gegenwart findet man eine bunte Mischung unterschiedlicher Glaubensrichtungen auf der Insel.

 

Die Entstehung des Badeurlaubs auf Sylt

In früheren Zeiten war es verpönt, mit Personen des jeweils anderen Geschlechts an den Strand zu gehen. Frauen gingen eher selten zum Baden und wenn, dann nur am eigens für sie gedachten Damenstrand im Badekleid. Ein Badeurlaub wie heute war keineswegs üblich.

Das erste Familienbad wurde 1902 in Westerland aus der Taufe gehoben. Seitdem verbringen immer mehr Menschen Ihren Urlaub mit der ganzen Familie an den Stränden von Sylt.

 

Kunst auf Sylt – Kampen als Kunstkolonie

Kunst war schon immer ein großes Thema der Geschichte von Sylt. Viele Künstler fanden ihre Inspiration auf der Insel, selbst wenn sie keine direkte Beachtung in ihren Werken fand.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte sich Kampen den Ruf einer Kunstkolonie verschaffen. Maler und Schriftsteller nahmen den Weg dorthin auf sich um ihrer Arbeit nachzugehen oder um sich für einen gewissen Zeitraum vom Alltagsleben zu erholen.

 

Sylter Archiv in Westerland

Für Lesehungrige oder Geschichtsinteressierte, die gerne recherchieren, ist auch das Sylter Archiv eine Sehenswürdigkeit in Westerland. Hier wird alles aufbewahrt, was mit der Geschichte Sylts zu tun hat.

 

Das Leben im historischen Sylt

Über Geschichte und Brauchtum informieren das so genannte Altfriesische Haus und das Sylter Heimatmuseum in Keitum. Sehen Sie sich hier an, wie die Sylter damals gelebt haben. Der Heimatverein Söl’ring Foriining sorgt dafür, dass die alten Traditionen und auch die Trachten nicht vergessen werden. So werden auch Führungen angeboten.

 

Der Kampf gegen das Meer

Schon seit Jahrhunderten kämpft der Mensch auf Sylt mit dem Meer um Land. Wenn der Sturm und die Flut in früheren Zeiten ein Haus zerstört hatten, wurde es ein Stück weiter Richtung Landesinnere wieder neu aufgebaut.

Später versuchte man, sein Schicksal mit Hilfe von Buhnen zu beeinflussen, die man an vielen Stränden von Sylt sehen kann. Über hundert Jahre lang waren die Buhnen das Mittel der Wahl. So sollten Sie als Sandfänger den Sand "festhalten", der dadurch nicht so leichts ins Meer gespült werden sollte. Außerdem sollten Sie als Wellenbrecher dienen.
Beides hat aber nicht funktioniert. Heute weiß man, dass die Buhnen keinen Vorteil gebracht haben. Sie sollten schon entfernt werden, doch sind sie ja auch ein Stück Kulturgeschichte und zudem ein beliebtes Fotomotiv.
Auch die Tetrapoden aus Beton helfen nicht gegen den Sandverlust. Kritiker behaupt sogar, dass sie ihn noch beschleunigen.

Wenn die Buhnen in Doppelreihen parallel zum Strand verlaufen und mit Reisig gefüllt werden, nennt man sie Lahnung - und das verhindert erfolgreich, dass das Deichvorland abgetragen wird. Der Reisig muss allerdings alle paar Jahre erneuert werden. Dies wird Menschen in Handarbeit gemacht, wobei der Ablauf und die Ausführung der Arbeiten sich seit Jahrhunderten fast nicht geändert haben.

Ebenfalls erfolgreich ist das Aufschütten von Sand. Dieser wird mit großen Baggern aus dem Meer vor der Küste hochgepumpt und aufgeschüttet. Leider muss dieser Vorgang jedes Jahr neu wiederholt werden, aber ohne diese Vorgehen wäre hier schon lange kein Strand mehr vorhanden und die Dünen wären sicher schon teilweise zurückgegangen.

 

Die Inselbahn auf Sylt

Die ehemalige Schmalspurbahn von Sylt

Bei der Sylter Inselbahn handelte es sich um eine Schmalspurbahn, welche 1888 in Betrieb gesetzt und 1970 stillgelegt wurde. Diese Bahn war in der damaligen Zeit die wichtigste Verbindung zwischen den einzelnen Orten auf der Insel. Seit 1970 sind die Linienbusse der Sylter Verkehrsgesellschaft für den Personenverkehr zuständig.

Die Ostbahn

Die Ostbahn war für die Strecke zwischen Munkmarsch und Westerland zuständig. Die Fahrzeit in eine Richtung betrug 12 Minuten. Die Fahrpläne der Fähren hatten Auswirkungen auf die Abfahrtszeiten der Ostbahn. Im Winter gab es auf dieser Route so gut wie keinen Bahnverkehr.

Die Nordbahn

Zwischen Westerland und List beförderte die Nordbahn die Bewohner zu den jeweiligen Zielorten. In 41 Minuten kam man vom Ausgangspunkt zum Endbahnhof und konnte dabei aus dem Fenster so manche Geestrücken und Dünen sehen. 1937 gab es Bautätigkeiten seitens des Militärs auf der Insel, weshalb der Bahnhof damals 500 Meter in südliche Richtung verlegt wurde.

Die Südbahn

Der Zweck der Südbahn bestand darin, die Einwohner aus Hörnum und der Umgebung nach Westerland zu bringen. Auf diese Weise war es den im Süden der Insel lebenden Menschen möglich, in den Sommermonaten häufig in die Badeorte zu fahren. Die Fahrt von Hörnum nach Westerland dauerte 42 Minuten. Außerdem konnten sich die Bewohner des Südens auf diese Weise problemlos mit Lebensmitteln und anderen Waren des Bedarfs eindecken.

Das Ende der Sylter Inselbahn

In den späten 1960-er Jahren besaßen zunehmend mehr Personen auf Sylt eigene Autos und Motorräder, so dass die Nutzung der Bahn stark zurückgegangen war. Irgendwann lohnte sich die Aufrechterhaltung aus finanziellen Gründen nicht mehr, so dass es in den Jahren 1969 und 1970 zur Stillegung der Bahnen und Einsatz von Bussen auf Sylt kam.